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Peak-Shaving

Dani und Pascal sprechen über Peak-Shaving: wie Unternehmen teure Leistungsspitzen im Stromverbrauch erkennen und mit Batterien, Solarenergie sowie einem intelligenten Energiemanagement reduzieren können. Entscheidend sind dabei 15-Minuten-Werte, Prognosen und eine vorausschauende Steuerung.

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Steigende Kosten für Leistungsspitzen

Die Kosten für Leistungsspitzen könnten für Unternehmen deutlich steigen. Im Gespräch wird ein Beispiel genannt, bei dem der Preis von CHF 8.50 auf CHF 12.50 pro Kilowatt steigen soll. Für Unternehmen mit hohen Peaks wird deren Reduktion dadurch wirtschaftlich noch wichtiger.

Vom monatlichen zum jährlichen Peak

Einige Elektrizitätswerke könnten künftig den höchsten Peak des ganzen Jahres statt monatlicher Spitzen verrechnen. Das erhöht das Risiko eines einzelnen Ausreissers, eröffnet aber auch Chancen: In Monaten ohne kritische Spitzen kann die Batterie stärker für Eigenverbrauch, Arbitrage oder andere Anwendungen eingesetzt werden.

Hauptthema: Peak-shaving

Peak-Shaving reduziert die höchste über 15 Minuten gemessene Leistungsspitze eines Unternehmens. Ein EMS steuert Batterie, Solarproduktion und Netzbezug so, dass Peaks möglichst nicht beim Netz ankommen. Prognosen und laufende Neuberechnungen helfen dabei, genügend Batteriekapazität für kritische Zeitpunkte bereitzuhalten.

Fazit

  1. Leistungskosten entstehen durch den höchsten gemittelten 15-Minuten-Peak und können einen erheblichen Teil der Stromrechnung ausmachen.
  2. Batterien können solche Peaks stark reduzieren, wenn sie intelligent und aufgrund von Verbrauchs- und Solarprognosen gesteuert werden.
  3. Unternehmen sollten zuerst ihre Stromrechnung prüfen und anschliessend den 15-Minuten-Lastgang beim Elektrizitätswerk beziehen. Damit lässt sich das Einsparpotenzial konkret berechnen.

Tooltipp

ELUVA bietet ein kostenloses Lastgang-Tool beziehungsweise eine Potenzialanalyse an. Unternehmen können ihren 15-Minuten-Lastgang auswerten lassen und damit erkennen, wie hoch ihre Leistungsspitzen sind, wie stark eine Batterie diese reduzieren könnte und ob Peak-Shaving für ihren Betrieb wirtschaftlich sinnvoll ist.

 

 

17:00min
Dani und Pascal über Eluva
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ELUVA

Dani und Pascal sprechen über Energiemanagementsysteme für Schweizer Unternehmen. Im Zentrum stehen Batteriespeicher, Eigenverbrauch, Peak-Shaving, Regelenergie, dynamische Strompreise und die Frage, wie sich Investitionen durch intelligentes Feature Stacking wirtschaftlich rechnen.
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zweiblog episode #22-Vibe Coding
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Vibe Coding – Wie KI das Prototyping und die Softwareentwicklung revolutioniert

Episode #22 – Dani und Erich sprechen über Vibe Coding als neue Prototyping-Methode, das Schweizer KI-Modell Apertus, Risiken von KI-Coaching und das Tool Lovable für Full-Stack-Apps ohne Code.

Transkript Zweiblog Episode 23

Dani: Herzlich willkommen zur nächsten Zweiblog-Folge. Heute sprechen wir über das Peak-Shaving. Pascal, ganz kurz, unser EMS ist natürlich ein ELUVA EMS, das ein Energiemanagementsystem ist und Peak-Shaving ist ein Teil davon. Wir beleuchten heute, was ist denn Peak-Shaving und was bedeutet das überhaupt?

Pascal: Ja, es ist ein Thema, das man nicht unbedingt von den Einfamilien-Häusern kennt, da der Posten Leistungskosten nicht auf der Stromrechnung steht. Es ist ein Thema, das dem industriellen Bereich zuzuordnen ist. In der Regel ab 50 MWh/Jahres-Stromverbrauch. Dann kommt das lokale EW und sagt: «Jetzt stellen wir dir die höchste Spitze in Rechnung».

Dani: Das Ding heisst auf der Rechnung meistens Leistungskosten/Leistungspreis. Keiner weiss so richtig was das heisst und hat mit den sogenannten Peaks zu tun. Das Shaving kommt später. Das sind dann die Leistungskosten für den höchsten Peak.

Pascal: Richtig. Und der wird folgendermassen berechnet: Das EW ermittelt immer alles auf 15 Minuten. So auch den Peak. Das heisst, es schaut auf den Lastgang des vergangenen Monats. Dort, wo die höchste Kilowatt-Anzahl steht, wird diese Kilowatt-Anzahl mit den Kosten multipliziert. Das ist etwa zwischen 5, 8, 14, je nachdem fast CHF 20 pro Kilowatt. Das wird multipliziert und so auf die Rechnung geschrieben.

Dani: Ich zahle eigentlich der Spitzenbaum mal den Preis wo ich in einer Viertelstunde am höchsten war, auch wenn ich dann den Rest des Monats 50 Kilowatt brauche.

Pascal: Auch wenn du einmal bei 200 warst, zahlst du 200 x CHF 10 sind CHF 2'000. Aufs Jahr macht das CHF 24'000. Das schenkt ein.

Dani: Das ist der grosse Unterschied, weshalb das für die Unternehmer relevant wird. Vor allem wenn du einen Betrieb hast mit viel Stromverbrauch oder hohen Anläufströmen am Morgen, das kann dir einen sogenannten Peak reinhauen.

Pascal: Voll und ganz!

Dani: Jeden Unternehmer soll seine Rechnung anschauen, weil ich glaube, das schauen die meisten nicht an. Sie schauen auf ihre Energiekosten oder auf ihre Netzkosten. Aber eben die Peak-Kosten, Leistungsspitzen, einmal nachschauen, kann niemandem schaden. Das ist auch anders einzuordnen. Es ist nicht die Leistung in Kilowatt, sondern es ist die Kilowattstunde, die in dieser Viertelstunde berechnet wird. Was ist der Unterschied? Ist es der Kilowatt?

Pascal: Es ist schon der Kilowatt. Natürlich ist in dieser Zeit eine bestimmte Menge Kilowattstunde geflossen, aber es ist der Kilowatt. Denn das EW (Elektrizitätswerk) hat immer zwei Abteilungen: Einerseits der Energieteil, das ist der die Kilowattstunde in Rechnung stellt, und dann eben der Netzteil. Das sind zwei getrennte Abteilungen. Und der Netzteil ist, der das Kupfer verwaltet, der den Netzausbau machen muss usw. Und der sagt, wenn ich ein Unternehmen habe, das an einer Leitung hängt mit einer extrem hohen Spitze, hat das Auswirkungen auf mein ganzes Kupfer in meinem Einzugsgebiet und deshalb stelle ich dem das in Rechnung, weil der belastet, punktuell maximal mein Kupfer.

Dani: Verstehe ich nicht ganz. Ich bin kritisch und sage: Ich habe ja für meine 600 Ampere Anschluss bezahlt. Oder für meine 315 Ampere von meinem Unternehmen. Ich musste den Anschluss einkaufen. Und jetzt kommen sie noch jeden Monat und wollen Geld für den Peak. Warum das denn?

Pascal: Ja, das ist eine berechtigte Frage. Einerseits ist es Usus, andererseits darf man auch nicht vergessen, wie die Kostenstruktur eines Elektrizitätswerks aussieht. Dieses hat in der Regel ein vorgelagertes Elektrizitätswerk, welches diese Leistungsspitzen wiederum in Rechnung stellt. Das vorgelagerte Netzwerk hat seinerseits gegenüber Swissgrid und damit gegenüber der ganzen Schweiz ebenfalls einen Kostenpunkt. Auch dort werden Leistungsspitzen entsprechend verrechnet. Das heisst, man hat wieder das Thema, dass die höchsten Spitzen den Preis bestimmen. Das ist in dieser Welt einfach standardmässig so und war schon immer so.

Dani: Aber du siehst meinen Punkt, wenn ich einen Leistungsanschluss habe und ich den nie brauche, dann habe ich für den eigentlich schon einmal bezahlt.

Pascal: Aber das EW sagt wirklich, ich muss das auf das auslegen und wenn alle gleichzeitig würden, dann hätte ich ein Problem und deshalb muss ich entsprechende Sicherheitsmassnahmen und so weiter und das stelle ich deshalb in Rechnung.

Dani: Jetzt haben wir den Peak eruiert. Der Peak entsteht in dieser Viertelstunde. Wie gesagt, es ist ein gemittelter Wert auf 15 Minuten. Ich kann einen Anlaufstrom von 1000 haben und in den nächsten paar Minuten brauche ich viel weniger. Dann gibt es einen Mittelwert von 600 Kilowatt und dann zahle ich auf diesen Durchschnittswert.

Pascal: Das ist ganz wichtig. Wenn man eine Sekunde lang einen extrem hohen Wert hat, dann ist das noch nicht das Problem. Es wird gemittelt über 15 Minuten. Das heisst, wir hätten nachher noch 14 Minuten Zeit das Problem wieder zu lösen. Da müssen wir schnell genug reagieren. Aber am besten ist es natürlich, wenn die Peaks im vornhinein abgefangen werden. Und da wären wir jetzt eben bei dem ominösen Peak-Shaving.

Dani: Bevor wir zum Peak-Shaving kommen: Was sind die typischen Stationen in einem Unternehmen, die Peaks vor allem auslösen?

Pascal: Wenn ich in einer Fabrik eine Absaugmaschine habe und ich arbeite zuerst und dann muss ich das Zeug wieder wegbringen oder ich stelle etwas an und es kaskadiert dann noch mehrere Sachen, dann kommt es dazu, dass in einer Viertelstunde plötzlich alle Maschinen kurzfristig gleichlaufen und zwei, drei haben noch einen Anlaufstrom und dann entstehen extrem hohe Peaks. Wo zum Beispiel keine Peaks entstehen, ist wenn ich einfach einen dauerhaft hohen Bezug habe, zum Beispiel ein Kühlaggregat, ein ganzes Kühlhaus oder eine Heizung, da reden wir tendenziell weniger. Dort sind es eher Hochplateaus, da reden wir weniger von Peaks. Auch dort wäre das Interesse grundsätzlich vorhanden die runter zu bekommen, ist aber deutlich schwieriger. Die einzelnen hohen Spitzen, die entstehen wirklich so typisch im Produktionsbetrieb.

Dani: Gut, jetzt kommen wir langsam dieser Sache näher. Wie kann ich Peaks entgegenwirken? Das ist jetzt die Frage, wie kann ich die Kosten herunterbringen?

Pascal: Absolut. Erkläre uns doch mal grundsätzlich: Was haben eine Batterie, eine Solaranlage und der Stromverbrauch miteinander zu tun, und wie spielen diese Komponenten zusammen?

Dani: Ich glaube, das Spannende ist, dass man den Betrieb einmal verstehen muss. Wie funktioniert der? Es hat mir mal jemand gesagt, jetzt rüsten wir immer am Morgen, bis die Solaranlage produziert und wir haben den grossen Stromverbrauch am Nachmittag, wenn die Solaranlage da ist. Und jetzt sehen wir, das ist schon das Zusammenspiel. Vom Dach kommt etwas runter, meine Maschinen laufen, es ist noch dunkel, es ist Nacht, es regnet, es hat Nebel, es hat Schnee auf den Panels und es kommt auch nichts runter. So entstehen diese Spitzen. Ich glaube, in erster Instanz ist das Peak-Shaving dazu da - wie es der Name sagt - wir rasieren diesen Peak glatt. Betriebe, die keine Batterie haben, haben keine Möglichkeit, ausser beim Timing. Heisst, sie schweissen erst am Mittag oder schalten den Boiler erst am Mittag ein, wenn die Sonne scheint. Das wäre Peak-Shaving bei Solarenergie. Aber wenn du eine Batterie hast, kannst du Solarenergie dazwischen lagern. Und dann mit dieser Solarenergie, mit dem EMS, das gezielt steuern, dass wenn eben so ein Anlaufstrom kommt oder wenn ein hoher Peak entstehen würde, eigentlich die Batterie dagegenwirkt und der Peak durch Leistung, die durch die Batterie zugeführt wird, eher runter limitiert.

Pascal: Das heisst, am Betrieb ändert man nichts, oder? Wir reden im Unternehmer nicht rein, wann seine Maschine einstellen und abstellen soll. Wir machen es anders.

Dani: Ja, wir steuern mit ELUVA EMS natürlich den Betrieb. Wir kennen den Betrieb, wir wissen, wir lernen, wie dort gearbeitet wird, wann sie in die Pause, in den Mittag gehen und wann sie alles anlassen oder abstellen.

Pascal: Heisst, die Peaks sind noch da, aber das Netz sieht sie eigentlich nicht mehr. Für das Netz sind keine Peaks mehr da, im Betrieb jedoch schon.

Dani: Genau. Es gibt ja die klassische Art: Du stellst eine Batterie ins Unternehmen, schliesst ein grosses Cabinet an und sagst dem Cabinet einfach: «So, jetzt macht ihr Self-Consumption.» Das heisst, solange Strom in der Batterie ist, liefert sie Strom zu. Und wenn der Kübel leer ist, stellt sie ab. Dann entsteht natürlich wieder ein Peak, weil der Kübel abgestellt hat. Mit intelligenter Steuerung schauen wir natürlich weit voraus: Wie arbeitet der Unternehmer, wann braucht er Strom, und wann produziert er gemäss der Vergangenheit seine Spitzen? Wir sind bereit, diese Spitzen zu shaven, zu brechen und abzurasieren. Und ja, gegenüber dem Grid hast du auf einmal eine ganz entspannte Situation.

Pascal: Kriegen wir im Winter oder im Sommer die Peaks tiefer? Du hast es vorher angesprochen mit der Solarenergie.

Dani: Ich glaube, im Sommer bringst du die Peaks viel tiefer. Da gibt es heute gute Möglichkeiten, mit ELUVA die Lastgänge im Vorfeld zu berechnen. Bevor wir eine Anlage in Betrieb nehmen, schauen wir immer gerne die Lastgänge an, damit wir wissen, dass wir nicht unrealistische Dinge reinschreiben dürfen. Wir müssen wissen, von was wir reden und was ein realistischer Peak-Shaving-Wert ist. Im Sommer haben wir von 6:00 bis 7:00 Uhr morgens schon Solarenergie, die dazu steuert. Im Winter hast du vielleicht um 9.00 Uhr, 9:30 Uhr erst Solarproduktion die dir hilft, dazu zusteuern. Das heisst, im Winter hast du tendenziell eher höhere Peaks, die du am Ende des Tages oder des Monats haben wirst, weil du auch mehr vorladen oder ausgleichen musst als im Sommer, wo du viel mehr Energie übers Dach produzieren kannst.

Pascal: Super. Kannst du noch einmal etwas dazu erzählen? Jetzt wird es sehr in Richtung Intelligenz gehen: Was hat unsere Prognose damit zu tun?

Dani: Ja, das ist natürlich ganz wichtig. Zum einen schauen wir uns an, wann arbeitet der Betrieb, wie arbeitet er und wie lange? Wann macht er Pause, wann macht er Mittag oder überhaupt nicht? Und dann gehen wir hin und prognostizieren immer den ganzen Tagesablauf bis am Abend. Das heisst, wir fangen gestern Abend schon an. Heute 17 Uhr schauen wir uns schon den morgigen Tag an. Weil wenn du eine Batterie hast, Solar und einen Grid-Bezugspunkt, dann musst du dich schon heute Abend entscheiden, müssen wir gegebenenfalls in der Nacht schon etwas laden und das muss ja auch unter dem Zielpeak sein. Weil wenn du einen Zielpeak von 80kW hast, musst du die ganze Nacht mit 80 kW die Batterie vorladen, damit du morgen 800kW drin hast. Dann musst du 10 Stunden laden.

Pascal: Und machen das andere, simplere Peak-Shaving Systeme ohne Prognose?

Dani: Ich kenne nicht alle, die es gibt und du auch nicht. Aber viele gehen einfach hin und sagen: In der Batterie reservieren wir 30% für Peak-Shaving. Und ich sage natürlich: Prognosen sind relevant, denn wir dürfen doch nicht einfach sagen, ein Drittel des Wassertanks brauchen wir, um das Feuer zu löschen. Wenn das Feuer brennt wie Zunder, dann brauchst du mehr Wasser um das Feuer zu löschen. Das ist wie bei der Feuerwehr. Du musst bereit sein, die Peaks zu shaven und das Ziel zu erreichen. Musst du auch schon viel früher schauen, und auch alle Viertelstunde nachrechnen, stimmen deine Prognosen. Weil wenn ich eine Prognose habe, dass ich 8 Uhr morgens schon Solarenergie produziere, zum Beispiel, und wir gegenchecken eine Viertelstunde später, ist überhaupt die Solarproduktion da? Oder haben wir schon ein Problem, weil Solarprognosen, das Wetter wäre zwar gut, aber es liegt Schnee auf den Panels. Das sind so typische Fälle, wo du dann gegenchecken musst, Das Wetter ist gut, das Meteo sagt alles Sonne, aber ich habe 5 cm Schnee auf den Panels. Dann wird nie etwas runterkommen. Das heisst, schon früher musst du erkennen, dass du das Grid dazu nehmen musst, damit du auch nicht um 4 Uhr abends in einen Peak läufst., Finally ist es einmal eine Viertelstunde im Monat, und du hast es versemmelt.

Pascal: Und das können wir automatisiert steuern. Die Prognose läuft automatisiert, und auch das Nachladen läuft automatisiert. Was passiert, wenn die Prognose beispielsweise sagt: Es wird knapp?

Dani: Wenn es knapp wird, dann darf das System schon gar nicht knapp werden. Wir haben in der Prognose schon mehrere Triggerpunkte, die sagen: ist ein sonniger Tag von morgen bis zum Abend, dann ist es viel einfacher eine Peak-Shaving-Prognose zu machen, als wenn du zum Beispiel so einen Wolken-Sonnenmix hast, den du nicht weisst. Gewitter stehen da, kommen jetzt die Gewitter eine Stunde früher oder eine Stunde später, hat einen grossen Impact auf die Solarproduktion. Gerade bei diesen Unternehmen, die wir haben, die teilweise 1,6 bis 3, oder 5,7 Megawattstunden auf dem Dach haben. Ja, wenn dann die Sonne reinkommt, hast du schnell viel, aber es ist auch schnell viel weg. Und deshalb sagen wir, wenn du nicht rollend alle Viertelstunde nachrechnest, wirst du nicht herausfinden, dass etwas in der Prognose nicht so ist, wie du prognostiziert hast. Prüfe, messe, steure nach. Das ist eigentlich das Prinzip von Peak-Shaving. Und nicht ein fixer 30% der Kilowatt, die du im Tank hast, für Peak-Shaving reserviert.

Pascal: Ich würde sagen, wir schauen das jetzt auch noch von der wirtschaftlichen Seite an. Magst du uns vielleicht noch ein Zahlenbeispiel geben von einem Betrieb, welcher bei uns im Portfolio ist? Wie tief haben wir jetzt die Peaks runtergebracht?

Dani: Ich fange mal mit einem einfachen Beispiel an. Wir haben einen Unternehmer, der hat eine Batterie im Einsatz, aber auf diesem Dach kein Solar? Macht aber mit ELUVA Peak-Shaving. Wie geht das? Er hat Ladestationen von E-Lastwagen und die können mit 400 Kilowatt laden. Das heisst, du wirst relativ schnell viel Energie benötigen. Das Unternehmen hat bis heute und bis dato ELUVA-Einsatz hatte er einen Peak von 600-mal CHF 10. Das sind CHF 6'000 im Monat, den du für den Peak zahlst. Und mit einer Batterie im Einsatz und dem ELUVA EMS, der den Peak shaved, sind wir jetzt realistisch bei 130 unten.

Pascal: Wow, das heisst, von 600 auf 130. Wir haben die Peaks um 470 runtergebracht.

Dani: Genau. Ich muss auch sagen, er hat einen 1 Megawatt Speicher. Und wenn drei Lastwagen hintereinander mit 400 kW laden, dann braucht es das Mega um die Peaks runter zu bringen. Er hat auch noch vier andere Lastwagen, die dann auch noch laden am gleichen Tag. Er hat dann so einen Einsatz, wenn kommt welcher Lastwagen und wenn der Lastwagen wegfährt, fangen wir gleich wieder an die Batterie zu laden, weil ja kein Solar auf dem Dach hat. Das heisst, eigentlich ist der Grid-Set-Point immer am Laden, auf Deutsch gesagt, weil er immer schaut, dass er die Batterie wieder voll bekommt, aber ladet permanent dann mit 120, 130 Kilo, um dann wieder den Einsatz leisten zu können mit der Batterie, wenn der Lastwagen oder die Lastwagen eingesteckt werden. Und solche Sachen lassen sich sehr gut prognostizieren und errechnen. Das ist jetzt mal ein Beispiel.

Pascal: Wissen wir dort, wie viel er für den Peak bezahlt?

Dani: Ich glaube CHF 8.50? In diesem Fall, aber sie schlagen auf nächstes Jahr auf CHF 12.50, haben wir schon die Vögel zwitschern gehört.

Pascal: Okay wir sind bereits bei CHF 8.50. Der Kunde spart mit dieser Massnahme bereits jeden Monat CHF 4'000. Aufs Jahr sind das CHF 48'000. Und wenn wir jetzt die 470 mal 12 rechnen, dann er spart jeden Monat, das ist ja verrückt, CHF 5'600. Das macht aufs Jahr CHF 67'000, 68'000 allein durch das Peak-Shaving für seine LKWs.

Dani: Und das ohne Solaranlage. Jetzt gibt es natürlich noch eine Solaranlage auf dem Hauptsitz, und dann macht man noch LEG hin und her. Das ist dann auch spannend, weil ich natürlich von der Solarproduktion wieder die Batterie laden und in der Nacht mit der Batterie wieder den Hauptsitz bedienen kann, mit dem LEG. Das ist dann auch noch spannend. Aber das sind alles nur Komplementäreinnahmen, die noch ergänzend sind.

Dani: Jetzt gibt es natürlich noch eine Solaranlage auf dem Hauptsitz und dann macht man noch LEG hin und her. Das ist dann auch spannend, weil dann kann ich natürlich von der Solarproduktion wieder die Batterie laden und die Nacht der Batterie wieder den Hauptsitz bedienen mit dem LEG. Das ist dann auch noch spannend. Aber das sind alles nur Komplementäreinnahmen, die noch ergänzend sind.

Aber schon nur in diesem Fall: Die Batterie ist dazu da, die Peaks runterzudrücken. Das ist schon hochspannend. Und für das EW natürlich auch, weil nicht immer die ganze Zeit solche Spitzen entstehen. Lastwagen laden oder nicht laden, das kann natürlich sofort 600 Kilo Schwankungen geben. Auf einem Netz von einem kleineren EW kann das natürlich verheerend sein.

Ein zweites Beispiel wäre ein Industriebetrieb. Ein typischer Fall: Man beginnt am Morgen um 5 Uhr zu arbeiten. Es braucht dann viel Strom. Man muss sich das einmal vorstellen: Der hat auch einen Peak von rund 650 im Monat. Mit vielen Batterien im Einsatz und auch vielen Solaranlagen speichert man diese Energie zwischen. Am Morgen, wenn die grossen Anlaufströme um 6 Uhr, 7 Uhr oder 8 Uhr laufen, kann man diese Energie aus der Batterie nehmen. Das sind schon Mengen.

An einem Winter-Dezember-Tag, bis 10 Uhr, 11 Uhr, wenn wirklich praktisch nichts vom Solardach kommt, musst du das alles aus den Batterien covern können. Aber du bringst es dann im Winter auf 200 statt auf 650. Das ist wirklich hart am Wind segeln, sage ich immer. Du musst den Betrieb verstehen.

Und ja, man will nicht in den Peak reinlaufen, weil das Hauptproblem ist: Wenn du um 16 Uhr einfach leere Batterien hast und die immer noch mit 600 Kilo am Arbeiten sind, dann hast du einen 600er-Peak produziert.

Früherkennung ist wichtig, und das bringt uns gleich zum nächsten Thema. Unser System rechnet die ganze Zeit mit und alarmiert auch. Wenn wir rechnerisch sehen würden, dass wir aus irgendeinem Grund viel mehr Strom verbrauchen, viel weniger Prognosen als gedacht und alles trifft miteinander zu und das Gewitter läuft auch noch gerade, alarmiert das System im Minutentakt.

Aus der Berechnung heraus müsste jetzt der Peak von 200 auf 220. Dann reicht es noch bis oben. Fünf Minuten später hast du aber schon die nächsten Mails, die sagen: «Wenn du jetzt schon auf Erhöhen fährst, dann geht es auf 240 oder 250 hoch.»

Wir machen das bewusst nicht automatisch, wir machen es mit einem Alerting. Denn wenn du jetzt einfach den Automaten erhöhen lässt und irgendetwas passiert, erhöht der Automat auf 500 bis 600 hoch, wenn es sein muss. Das wollen wir vermeiden. Darum dort noch Human Control dazwischen.

Wenn man dann über das Jahr sieht, dass das stabil läuft, kann man das immer noch automatisieren. Bis jetzt, wo wir am Laufen sind, sagen alle: Lieber dort noch ein Auge drauf werfen. Ich könnte ja auch eine Maschine abstellen.

Sehr spannend. Aber gehen wir doch einfach mal weiter. Jetzt haben wir die Praxisbeispiele angeschaut. Wirtschaftlich hast du jetzt vorher schon ein super Rechnungsbeispiel gemacht. Ich glaube, das kann man nachvollziehen.

Schauen wir mal in die Zukunft. Was heisst denn das mit den Peaks? Da seh ich bei uns in der Schweiz ja grad ein paar Wolken am Himmel aufziehen, und es ist nicht das Gewitter, sondern das Peak-Gewitter. Was hat das auf sich? Was wird da gemunkelt?

Pascal: Es geht klar in die Richtung, dass die Peaks steigen werden die Kosten steigen. Das heisst, die Elektrizitätswerte werden, wir haben es gehört, von 8,50 auf 12 Franken aufschlagen, was Unternehmen extrem belasten kann. Gleichzeitig gibt es eine Änderung. In gewissen anderen Ländern übrigens bereits, dass die Peaks nicht monatlich verrechnet werden, sondern jährlich.

Dani: Mache ein Beispiel.

Pascal: Ja, in Deutschland ist das überall bereits so. In der Schweiz sind es drei, vier EWs. Es ist unter anderem die Tessa-Card, AEW, eventuell auch die BKW. Die fangen mit diesen Thematiken an. Das ist auf den ersten Augenblick extrem fies. Stellen wir uns vor, wir bei ELUVA machen 364 Tage einen super Job und am 31. Dezember läuft etwas falsch, dann haben wir das ganze Jahr versaut, auf Deutsch gesagt. Auf der anderen Seite ermöglicht es auch die Chance, dass man sagt: Hey, meine Spitzen, die entstehen eigentlich nur im Dezember, Januar, Februar, vielleicht noch März und vielleicht November. Aber 7 bis 9 Monate im Jahr muss ich meine Batterie nicht fürs Peak-Shaving aufwenden, sondern kann sie voll in die Regelleistung bringen, kann sie für Eigenverbrauchsoptimierung nutzen, kann sie für Arbitrage nutzen, für günstig Strom einkaufen, teuer verkaufen, für die ganzen anderen Geschichten, die man mit einer Batterie machen kann. Darauf werden wir den nächsten Folgen schauen. Das heisst, der jährliche Peak ist fies ein Stück weit, gibt aber auch neue Chancen.

Dani: Ich denke jetzt an viele Unternehmer in Deutschland, weil dort haben wir nicht Peaks von 58 oder 12, sondern dort habe ich schon Peaks von 40 Euro gesehen.

Pascal: In der Schweiz ist es tatsächlich so, dass die Peaks, die ab Januar 27 bezahlt werden müssen, im Bereich von CHF 100 bis 110 sind. Was dort noch hinzukommt, und das ist auch noch relevant, warum die ganzen Kosten für die Industrie steigen: die Kosten steigen auch für die kleinen Elektrizitätswerke. Wie ich vorhin erwähnt habe, hat ein kleines Dorf-EW in der Regel ein vorgelagertes Netz und demgegenüber muss das Dorf-EW ebenfalls den Peak zahlen. Und die genannten Elektrizitätswerke, verrechnen die Peaks den Dorf-EWs. Das Dorf-EW ist in dieser Hinsicht wie ein grosser Stromverbraucher. Jetzt haben die das Problem, dass ihre Peaks auch wieder teurer werden. Damit setzen sie die kleinen Dorf-EWs massiv unter Druck, weil sie jetzt die Preise gegenüber den Endkunden wieder erhöhen müssen.

Dani: Am Schluss einfach wieder eine Einnahmequelle für die EWs ihr Netz zu bezahlen, wenn der Energieverbrauch sinkt, weil jede grosse industrielle Solaranlage auf dem Dach ist und neu auch noch eine Batterie hat. Dann habe ich zwar meinen 600 Ampere Anschluss oder meinen 1000 Ampere Anschluss, aber ich brauche nur noch einen Bruchteil davon, 100 Kilo oder so, dann wird das zu neuen Problemen führen.

Pascal: Absolut korrekt. Und mit den ganzen Ladestationen wird es natürlich nicht einfacher. Ich sage nicht, dass es ein Problem ist, aber man muss es einfach im Blick haben, dass man nicht einfach blind, wie du vorhin gesagt hast, das Auto oder den LKW einstecken kann. Einerseits aufgrund der Peaks, irgendwann in Zukunft natürlich auch aufgrund der dynamischen Preise. Da muss eine Steuerung hinterher, die das ein bisschen ins Verhältnis setzt und sagt, hey, jetzt ist es gerade nicht sinnvoll, wenn jetzt zehn LKWs gleichzeitig laden, wenn sie erst in acht Stunden wieder wegfahren müssen.

Dani: Wenn wir jetzt eine schnelle Zusammenfassung machen, für die nicht alles geschaut haben, sondern die vorgespult haben. Was ist der häufigste Irrtum um Peak-Shaving herum?

Pascal: Dass es einerseits nur eine Sekunde dauert  nein, es sind wirklich über 15 Minuten  und andererseits etwas ist, das man nicht verändern kann. Man nimmt es einfach an, man sieht einfach: «Uch, ich habe eine riesige Stromrechnung.»

Aber nein, Peaks sind eigentlich ein wahnsinnig einfacher Case für eine Batterie. Wirtschaftlich betrieben. Wer eine Batterie kauft und CHF 12 Peak-Kosten hat, amortisiert die Batterie in vier bis fünf Jahren. Das ist ein super Business Case.

Dani: Ein No-Brainer, sagt man so schön. Für welche Unternehmen lohnen sich Peak-Shavings?

Pascal: Grösse 50 MWh Stromverbrauch, Produktionsunternehmen. Das ist das Typische.

Dani: Was muss ein Unternehmen als erstes machen? Als erstes muss er die Rechnung anschauen und schauen, ob es dort Leistungsspitzen hat. Und dann wird er erschrecken, weil er gemeint hat, der Strom sei zu teuer. Dabei ist die Leistungsspitze teuer. Was muss er dann als Zweites machen, nachdem er das realisiert hat?

Pascal: Den Lastgang anfordern oder herunterladen beim lokalen EW. Den 15-Miunten-Wert herausfinden, wie sieht mein Lastgang aus. Den kann man uns sehr gerne jederzeit schicken. Wir können kostenlose Potentialanalyse machen und können relativ schnell sagen, wie viel man so einen Peak herunterbekommen würde, und ob überhaupt. Gerade bei Kühlaggregaten ist es zum Beispiel schwieriger.

Dani: Der Lastgang zeigt auch auf, wie die denken, wie die funktionieren, wie sie arbeiten. Wir haben ja extra dafür ein Lastgang-Tool gebaut, das kostenlos ist, damit man sofort erkennt, was die Batterie einem bringt.

Pascal: Ich habe auch noch eine spannende Frage: Was ist speziell bei Bauern?

Dani: Bei Bauern ist es so, dass er viel Solar auf dem Dach hat. Hat keine Peak-Kosten, wenn er im Schnitt ist. Bauern sind vom Peak enthoben worden. Aber das Thema ist dort nicht die Peak-Kosten, sondern der Bauer produziert am Nachmittag Strom, aber melkt am Morgen und am Abend. Und dort ist die Batterie dann in diese Richtung spannend. Aber das ist ein Thema in einer separaten Folge.

In diesem Sinne gibt es sicherlich noch viele weitere spannende Themen, die wir mit euch besprechen möchten. Wir möchten euch die Möglichkeit geben, euch aktiv einzubringen: Liken, kommentieren und teilen sind natürlich jederzeit willkommen. Ihr könnt uns auch jederzeit Fragen stellen oder Anregungen geben, über welche Themen wir sprechen sollen.

Pascal: Wir freuen uns sehr darüber. Bis zum nächsten Mal.

Dani: Bleib gesund. Tschüss zusammen.

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