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Der Batteriemonitor 2026 zeigt, dass zusammen mit Photovoltaikanlagen immer mehr Batteriespeicher gebaut werden, besonders in Industrie und Landwirtschaft. Weil der Ausbau das Stromnetz belasten kann, werden Energiemanagementsysteme wichtiger. Sie stimmen Stromproduktion, Verbrauch und Speicherbetrieb anhand von Messdaten und Prognosen aufeinander ab.
Batterien auf Industriearealen können neu nicht nur Eigenverbrauch und Leistungsspitzen optimieren, sondern auch Flexibilität für den Swissgrid-Regelmarkt bereitstellen. Zusätzlich gewinnen dynamische Strompreise und die ab 1. Januar 2027 erwartete dynamische Einspeisevergütung an Bedeutung. Damit entstehen neue Erlösmöglichkeiten durch gezieltes Laden, Entladen und Vermarkten
Ein leistungsfähiges Energiemanagementsystem verbindet mehrere Anwendungen: Eigenverbrauch erhöhen, teure Leistungsspitzen reduzieren, Batterien prognosebasiert steuern, Regelenergie anbieten und Ladestationen koordinieren. Wetter- und Verbrauchsprognosen im Viertelstundentakt helfen, Überschüsse und Defizite zu verschieben. Entscheidend ist, alle Funktionen dynamisch zu kombinieren, statt sie isoliert zu betreiben.
Ein EMS senkt Kosten, indem es Solarstrom, Verbrauch und Batteriespeicher vorausschauend koordiniert.
Peak-Shaving kann hohe monatliche Leistungskosten deutlich reduzieren; dafür sind genaue Last- und Wetterprognosen nötig.
Die Wirtschaftlichkeit verbessert sich durch Feature Stacking: Eigenverbrauch, Peak-Shaving, Regelenergie und dynamische Preise werden kombiniert. Eine sorgfältige Dimensionierung soll eine realistische Amortisation ermöglichen.
Dani: Eine neue Staffel vom Zweiblog. Wir reden über Energie, wir reden über Energiemanagement, wir reden auch über die Rentabilität im Schweizer Strommarkt. Willkommen zu einer neuen Staffel von unserem Zweiblog. Heute mit dir Pascal als neuer Flügel-Mann. Erzähl doch mal schnell, woher du kommst und wohin du gehst.
Pascal:
Danke, es ist mir eine Freude, dass wir hier zusammensitzen können und über das Baby reden, das wir seit einer Zeit am Aufbauen sind. Ich bin ursprünglich Energie- und Umwelttechnik-Ingenieur. Ich habe viele Jahre in der Photovoltaikbranche gearbeitet und auch in der Elektromobilität und jetzt mit dem Energiemanagementsystem von ELUVA mit dir etwas tolles am Aufbauen.
Dani: Das bringt uns zu Swiss Solar, ihrem Batteriemonitor 2026. Du sagst, du hast viele Anlagen gebaut, dort ging es um Solarstrom und jetzt muss der noch irgendwo zwischengelagert werden. Was hat denn der Batteriemonitor 2026 so auf sich? Was heisst das kurz für EMS (Energiemanagement) und was hat das für eine Bedeutung?
Pascal: Gute Frage. Die Stunde aktuell zeigt, dass extrem viele Batterien dazu gebaut werden. Mit jeder Solaranlage kommt oft auch eine Batterie dazu. Der Ausbau der Photovoltaikanlagen kann das Stromnetz auch strapazieren. Gerade in Kombination wird es wichtig, dass wir ein Energiemanagementsystem haben. Das zeigt der Batteriemonitor. Er zeigt, in welchen Bereichen, gerade industriell und landwirtschaftlich, wo eine ELUVA auch zuhause ist, extrem viele Batterien dazu gebaut werden.
Dani: Du hast gesagt EMS, Energiemanagementsystem, nicht zu verwechseln mit Gebäudeleitsystemen, die auch sehr viel verbaut werden. Das ist klar eine komplett andere Welt.
Pascal: Genau. Ein Gebäudeleitsystem steuert typischerweise Licht und Storen. Das macht ein Energiemanagementsystem nicht. Energie, wie der Name sagt, fokussiert sich auf Strom, wann welche Batterie und je nachdem der Wärme, wann wo was rein und raus geht.
Dani: Eben das Energiemanagementsystem. Aber Energie kann ja nur gemanagt werden in einem solchen Betrieb, wenn wir wissen, welche Energien, wenn wo stattfinden, gebraucht werden, entstehen. Das gehört alles dazu.
Pascal: Das gehört alles dazu. Wir messen, wann wieviel Strom verbraucht wird. Wir haben eine Prognose, die auch Wetterdaten und solche Daten berücksichtigt, damit wir wissen, wieviel Strom vom Dach in einer Stunde kommt, wieviel der Kunde in einer Stunde Strom verbrauchen wird. Gerade zu diesem Thema: Magst du uns mal erzählen, was dort unter anderem an Steuerungsmöglichkeiten vorhanden sind mit solchen Systemen? Peak Kosten: Ist das ein Thema?
Dani: Zuerst braucht es klare Vorstellungen. Es braucht Lade- und Entladepläne, eben Prognosen. Wie verbraucht der Betrieb Strom? Verbraucht man von Montag bis Freitag Strom? Samstag und Sonntag sind alle weg. Dann laufen noch ein paar Geräte mit 20 bis 30 Kilo. Das ist mal das eine.
Das andere ist, dass man mit der Prognose dann überlegen muss: Wann geht die Sonne auf? Wann produziert die Solaranlage wie viel Strom? Haben wir Platz in einer Batterie? Wie können wir diese Batterie nutzen, um das sogenannte Peak-Shaving zu machen?
Und ich glaube, gerade Peak-Shaving, neben dem Eigenverbrauch, von dem man ja immer sagt, der Basispfeiler ist die Eigenverbrauchsdeckung des Betriebs, möglichst direkt über die Solaranlage oder ergänzend über Batterien, bringt uns eigentlich zum zweiten Pfeiler. Und das wäre dann eben das Peak-Shaving.
Peak-Shaving sind ja diese Leistungskosten. Aber erklär mal kurz, vielleicht noch einmal für alle, die das vielleicht nicht so wissen. Sie haben das auf der Rechnung, vielleicht haben es einige noch nie realisiert: Was heissen Peak-Shaving-Kosten oder was heissen überhaupt Peak-Kosten vom EW?
Pascal: Guter Punkt. Viele schauen bei der Abrechnung gar nicht so genau hin. Aber die Unternehmen in der Schweiz merken, dass Energie ein Kostenfaktor ist. Und jetzt achten sie darauf. Sie sehen, dass sie, wenn sie grosse Stromverbraucher sind, nicht nur die bezogene Energie bezahlen, sondern auch die maximale Leistung jedes Monats, gemessen über 15 Minuten. Diese bestimmt einen Teil ihrer Stromrechnung.
Angenommen, ein Unternehmen hatte in diesem Monat eine Bezugsspitze von 600 Kilowatt. Multipliziert man diese beispielsweise mit 10 Franken, dann muss es für diesen Monat zusätzlich 6'000 Franken Stromkosten bezahlen.
Dani: Nicht den Strom, den kauft man für 6'000 Franken, sondern die Position heisst auf der Rechnung meistens Leistungsspitze. Dann steht dort hinten dran: 657 Kilowatt mal, wie du gesagt hast, zum Beispiel 10 Franken. Ich habe schon gehört, in Deutschland liegen wir teilweise schon bei weit über 40 Euro, teilweise sogar darüber.
Diese Leistungsspitze ist darum auch der zweite Pfeiler in dieser Diskussion, weil sie eben meistens sehr schnell sehr teuer wird. Und wie du gesagt hast: pro Monat. Jetzt ist das Problem – da müssen wir vielleicht eine separate Episode dazu machen –, die BKW will das jetzt pro Jahr abrechnen. Das heisst, du gibst dir das ganze Jahr Mühe und am 30. Dezember haut es dir noch eine Leistungsspitze rein. Dann zahlst du das ganze Jahr diese Leistungsspitze. Aber gehen wir mal von Monatsspitzen aus. Das ist gut, wenn man das so weiss.
Das heisst, ich kann die Leistungsspitze von 650 Kilowatt, von der wir vorhin gesprochen haben, vielleicht sogar auf 200 Kilowatt herunterbringen. Ich kaufe dann nicht die ganze Zeit Strom ein, wenn ich ihn am Morgen benötige, sondern beziehe zusätzlich 400 bis 500 Kilowatt aus der Batterie. So muss ich nur noch 200 Kilowatt aus dem Netz beziehen und meine Leistungsspitze liegt dann bei 200 Kilowatt pro Monat.
Pascal: Hier muss man auch nochmals kurz die Historie anschauen. Bisher sind alle Kraftwerke, die Regelenergie gemacht haben. Da geht es darum, dass der Strom in der Balance bleibt. Wir haben 50 Hertz im Stromnetz, das muss immer dortbleiben. Es muss immer gleich viel Strom verbraucht und produziert werden. Und dafür ist Swissgrid in der Schweiz zuständig, damit das so bleibt.
Typischerweise sind das grosse Wasserkraftwerke. Und erst seit neuestem haben wir die Möglichkeit mit Batterien an diesem Regelmarkt teilzunehmen. Und zwar nicht nur Batterien die auf Feld, Wald und Wiese direkt ans Stromnetz angeschlossen sind, in «front of the meter» sondern «behind the meter». Das heisst, wir können jetzt ganz frisch Batterien, die auf dem Industrieareal bereits Säulen 1 und 2, Eigenverbrauchsoptimierung und Peak-Shaving betreiben, noch zusätzlich auch Flexibilität vermarkten und kurzfristig ein paar Minuten lang helfen, das Schweizer Stromnetz zu stabilisieren.
Dani: Das funktioniert, weil ich Geld dafür bekomme. Es ist ein neuer Betriebszweig der Stromwirtschaft in einem Unternehmen. Nicht nur die internen Optimierungen, sondern ich kann auch gegen aussen noch Geld verdienen. Ich muss aber dementsprechend auch Kapazitäten haben. Weil ich ja den Platz haben muss, um zu nehmen oder Kapazität haben, um zu geben.
Pascal: Absolut korrekt. Und gerade im Behind-the-Meter-Szenario auf dem Industrieareal betrachten wir Säulen 1 und 2 zuerst und dimensionieren die Batterie auf diese. Und dann machen wir unter Umständen noch mehr, wenn wir die Möglichkeit haben, dass wir auch über Mittag, am Nachmittag auch noch das gewisse Etwas in der Batterie haben, um so einem Abruf Folge leisten zu können, wenn er dann kommt und für den Kunden den Zusatzverdienst erwirtschaftet.
Dani: Dann ist EMS nicht nur ein Instrument zum Steuern, sondern auch um extern Geld zu erwirtschaften. Es muss aber etwas können, damit das aufgeht. Sonst hast du am Schluss des Tages wieder einen teuren Peak.
Pascal: Das ist korrekt. Wir nennen das Virtual-Power-Plant, ein virtuelles Kraftwerk, eine kleine Batterie, kann eigentlich Teil eines schweizweiten Kraftwerks werden, welches wir über unsere Aggregationsplattform zu einem grossen Kraftwerk bündeln können und mit dem dann wieder die Angebote platzieren.
Dani: Ich denke, wir müssen in späteren Folgen im Detail darauf eingehen. Wir haben Säulen 1, Säulen 2, Säulen 3 Regelenergie. Säule 4 wären Ladestationen anbinden.
Pascal: Auch dort gibt es natürlich Möglichkeiten, dass man das sinnvoll denkt, dass nicht immer alle Autos gleichzeitig laden, sondern dass man anhand der Prognose dort Entscheidungen trifft. Es geht sogar noch weiter: Dynamische Preise. Was gibt es dazu?
Dani: Dynamische Preise, APX-Spotmarkt. Man spricht heute immer davon: „Der Strommarkt hat jetzt negative Preise.“ Das gibt in der Regel auch wieder eine eigene Folge zu dynamischen Preisen.
Natürlich gibt es Unternehmen, die ihren Strom heute schon am Energiemarkt beziehungsweise an der Börse einkaufen. Das ist gerade im Sommer ein riesiges Thema: Negativpreise über den Mittag, weil es einfach zu viel Strom gibt. Auf gut Deutsch gesagt: Du bekommst Geld, wenn du Strom verbrauchst.
In dieser Zeit kann es natürlich interessant sein, eine Batterie zu laden und den Strom später wieder zu brauchen, wenn du Strom kaufen musst.
Pascal: Apropos interessant. Wie stark lohnt sich ein Investment in so einer Batterie mit so einem EMS?
Dani: Ich sage immer: Batterie kannst du nicht genug haben. Das ist mein Lieblingsspruch. Wenn du die Möglichkeit hast, Energie um zuschieben, dann wird es interessant. Aber es gibt auch Sachen, darum machen wir auch so Lastgangberechnungen für Unternehmen, wo wir ausrechnen, wo ist der wirtschaftlichste Punkt bei einem Cabinett, zwei Cabinetts, zehn Cabinetts, wo ist das? Und das ist eigentlich ein wichtiger Punkt, den man dem Unternehmen zeigen muss: Wo und wie viele Jahre brauchst du, um das zu refinanzieren?
Wir kennen es. Es wurde jahrelang in der Landwirtschaft gesagt: Füllt eure Dächer, ihr bekommt 10-12 Rappen. Da hat das Unternehmen oder die Bauern darin richtig Geld investiert. Was ist die Konsequenz? Heute bekommen sie praktisch nichts mehr und sie sitzen auf der Investition. Und du sagst ja immer so schön: Eine Batterie muss nach fünf Jahren bezahlt sein. Weil wir noch nicht wissen, was in den nächsten fünf Jahren passiert, dann wäre es nicht so schlimm, wenn es auf einmal acht Jahre sind.
Pascal: Absolut korrekt. Und das ist der Grund, weshalb wir eine Batterie immer zuerst so dimensionieren, damit sie sich mit Eigenverbrauchsoptimierung und Peak-Shaving schon mal ganz grob sicher in unter 10 Jahren amortisiert. Und dann mit den Zusatzverdiensten, mit dynamischen Strompreisen, Arbitragegeschäften, günstig einkaufen, teurer verkaufen, Regelmarktteilnahme usw. kommen wir im besten Fall auf 4 bis 6, 7 Jahre Amortisationszeit.
Dani: Und eben, wir sprechen heute allgemein über EMS, aber wenn es dann natürlich noch weitergeht, dynamische Einspeisevergütung ist dann ab 1. Januar 2027 das Thema, wird auch eine Folge sein. Dann wird es wieder spannend, dass es eben das Timing-Problem ist, wann ich einspeise und wann ich produziere. Und wenn ich dort natürlich dann Puffermassen habe, in Form von einem Speicher, kann das ja wieder für die Amortisation des Speichers auch wieder interessant sein.
Pascal: Absolut. Und vor allem muss ein EMS in der Lage sein, dynamische Entscheidungen zu treffen und nicht nur mit statischen Werten zu arbeiten. Das Ganze nennen wir Feature Stacking, damit man das miteinander verbinden kann. Fassen wir zusammen! Wir haben verschiedene Säulen gebaut.
Dani: Wir haben Säulen gebaut, die im Unternehmen zeigen, dass sie wichtig sind und dass wir sie einzeln betrachten. Aber ich glaube, eines ist wichtig: EMS ist nicht gleich EMS. Das ist auch unser Anspruch bei ELUVA, dass wir ein EMS bauen, das über diesen Säulen steht.
Nur den Eigenverbrauch zu optimieren, ist die einfachste Aufgabe. Das kann die Batterie selbst übernehmen. Oder Peak-Shaving, indem man einfach sagt: „Batterie, du bist für das Peak-Shaving verantwortlich, solange du Kapazität hast.“ Aber das ist irgendwie begrenzt und hat ein Ende, das man nicht kommen sieht. Dann knallt es plötzlich 16 Uhr.
Wir von ELUVA sagen: Die Säulen müssen kombiniert miteinander laufen. Das ist wie die Champions League im Fussball.
Pascal: Sehr schön gesagt. Und es hilft dem Unternehmen darüber hinaus, seine CO2-Ziele zu erreichen. Wir zeigen das auch schön bei uns, wie viel CO2 man einsparen kann. Es hilft auch bei ESG-Kriterien und ist letztendlich ein sicheres Investment in Zukunft.
Dani: Ich denke, wichtig ist, dass man ELUVA kennenlernt. Wir werden weiterhin über viele Themen zu berichten haben. Das haben wir gerade gemerkt, als wir allgemein über EMS sprachen. Lass uns in einer der nächsten Sendungen schon gezielt auf solche Themen eingehen, die du vorhin schon erwähnt hast: Front of the meter, behind the meter, grosse Diskussionen, die hier am Laufen sind mit ganz vielen Stolpersteinen und Gefahren und natürlich auch Chancen. Und wir wollen natürlich unseren Unternehmen auch zeigen, wo die Chancen mit ELUVA sind. In diesem Sinne würde ich sagen: Bis zum nächsten Mal.
Pascal: So machen wir es. Ich freue mich auf den Weg.