Erich: Mit KI haben wir viel mehr Möglichkeiten, das Ganze personalisiert zu gestalten. Und wenn ich an einen Event gehe und mit jemandem rede, dann ist eine meiner Fragen dort immer: Wie sagst du das? Wie antwortest du darauf? Was müssten wir machen, um mit dir in Kontakt zu kommen?
Im B2B-Bereich, in dem wir unterwegs sind, ist es extrem schwierig, an die Leute heranzukommen. Die Rückmeldung ist immer dieselbe: „Mein Mail Postfach ist voll, mein LinkedIn Postfach ist voll, ich werde permanent angeschrieben aber darauf reagiere ich gar nicht mehr.“
Das Motto ist: „Tendenziell weniger ist mehr.“ Und aus meiner Perspektive: wieder mehr persönlicher Kontakt.
Dani: Was bei der Automatisierung noch viel Sinn macht, ist die Automatisierung von Arbeitsprozessen. In unseren Referenzen sieht man das «Devi» Auswertungstool von Debrunner Koenig. Das ist für mich ein Paradebeispiel für Digitalisierung.
Früher haben die Ausschreiber die Devis entgegengenommen, die Ausschreibungen durchgerechnet und das hat teilweise bei grossen Überbauungen bis zu 2,5 bis 3 Tage gedauert. Mit dem richtigen Tool, zugeschnitten auf den Prozess, wurde dieser Digitalisierungsprozess auf 1,5 bis 2 Stunden reduziert.
Das ist natürlich ein riesiger Vorteil, weil alle Umsysteme verbunden wurden. Man erfasst die Daten einmal und nutzt sie mehrfach. Alles wird aus verschiedenen Quellen genommen, sei es aus dem CRM oder aus dem ERP. Der digitale Prozess wurde so aufgebaut, dass die Devis einfach gerechnet und direkt wieder ans ERP geschickt werden können und der Kunde erhält die Offerte.
Das ist ein sehr gutes Beispiel für eine klassische Digitalisierung mit Tiefgang mit Kosten und Zeiteinsparung.
Erich: Kosteneinsparung.
Dani: Und nicht, um die Leute zu entlassen, das ist noch wichtig zu sagen. Sondern um mehr Devis rechnen zu können, statt absagen. Das ist wichtig. Es geht nicht immer nur darum, McKinsey mässig, das Glas ist halb leer oder halb voll oder wir müssen mal alle Leute entlassen. Nein, es geht darum, alles auch abzuarbeiten in einer gewissen Zeit.
Erich: So kommen wir schon zum Punkt Nummer 8: Substitution. Hier geht es darum, dass man teure Marketingmassnahmen durch kostengünstige Alternativen ersetzt. Und hier gibt es ein prädestiniertes Thema, das wir schon seit Beginn erzählen.
Dani: Hier kommt mir Open Source Software in den Sinn. Das lohnt sich, dass ihr das in der 7. Ausgabe noch einmal anhört. In der Ausgabe 7 haben wir über Open Source Software, im Speziellen TYPO3, gesprochen, als Content Management System, das wir mit unseren Leistungen ergänzen können.
Hier fallen keine jährlichen Lizenzkosten an, die man auch bei proprietären Systemen immer wieder hat. Das kann natürlich auch wieder ein Marketingbudget extrem entlasten.
Erich: Neben dem, dass ich in dieser Situation bei Open-Source-Software in den meisten Fällen die Kontrolle über meine Daten habe und auch über den Code, bin ich im Gegensatz zu einer proprietären Lösung nicht auf den Anbieter angewiesen und von diesem abhängig.
Was man sicher auch kritisch hinterfragen sollte, ist generell der Marketing-Tool-Stack. SEO-Tools sind da aus meiner Perspektive ein Klassiker. Es gibt tonnenweise Tools auf dem Markt, bei denen man sich die Frage stellen muss: Brauche ich die alle noch auch im Hinblick auf Lizenzen? Oder kann ich das konsolidieren und mich auf ein oder vielleicht zwei Tools beschränken, die meine Aufgabenstellung noch besser lösen, weil sich diese Tools über die Zeit weiterentwickelt haben und angefangen haben, andere Themengebiete einzubauen und abzudecken, was früher nicht der Fall war und wofür man ein anderes Spezial Tool gebraucht hat.
Dani: Es geht nicht nur darum, im Marketing zu sparen, sondern darum, die Budgets intelligent einzusetzen. Wie wir immer so schön sagen: Marketing ist kein Kostenfaktor, sondern ein Investment gerade heute, besonders aufgrund des Internets, das nie aufhört und wo alles immer anonymer wird.
Mit diesen acht Hebeln kann das Investment deutlich effizienter gestaltet werden, wenn man die Punkte so durchgeht, wie wir das jetzt besprochen haben. Und wenn man sich überlegt: Wo können wir mit dieser Budgetkürzung umgehen? Wo hätten wir Möglichkeiten, etwas zu optimieren?
Das kann letztlich jeder für sich selbst machen.
Erich: Es geht nicht darum, ob man Marketing betreibt, sondern darum, wie man es am effizientesten macht – und darum, kreativ zu werden, wie man auch mit reduziertem Budget die gleichen Ziele erreichen und langfristig wachsen kann.
In diesem Artikel gibt es noch viele weitere Themen und Tipps. Es lohnt sich definitiv, den Artikel durchzuschauen. Er bietet Inspiration, wenn man in der Situation ist, das Budget kürzen und für das nächste Jahr neu berechnen zu müssen.
Und nun noch zu unserem Tool-Tipp.
Dani: One more thing: AI Bot Analyzer. Da bin ich jetzt gespannt. Viele IT Organisationen blockieren heute ja die AI Crawler oder auch die allgemeinen Crawler, die Webseiten besuchen zum Beispiel, um Kosten zu sparen.
Teilweise ist es auch nützlich, von Crawlern ausgeschlossen zu werden, wenn man Inhalte produziert, die wirklich die eigenen sind. Aber in vielen Fällen wollen wir, dass AI uns crawlt.
Was kann also das Tool? Was muss ich mir darunter vorstellen?
Erich: Wir haben ja nicht die technischen Möglichkeiten die im Marketing sitzen oder von der Businessseite verantwortlich sind, so etwas zu prüfen. Dieses Tool ermöglicht mir, eine URL einzugeben, und es zeigt mir dann, ob die wichtigsten Crawler von AI-Tools auf meine Daten zugreifen können oder ob sie blockiert werden.
Bei diesen Crawlern ist es vielleicht noch so: ChatGPT hat drei Crawler, die aktuell bekannt sind. Einer davon ist der Crawler, der Daten für die Trainingsdaten abgreift. Das heisst, wenn jetzt ChatGPT 5 herausgekommen ist – wenn ich es richtig in Erinnerung habe, dann ist der Stand der Trainingsdaten September 2024. Die Daten sind also etwa ein Jahr alt, die für das Training verwendet wurden. Alles, was zwischendrin passiert ist, fehlt in diesen Trainingsdaten.
Aber ChatGPT baut bei vielen Antworten auf genau diesen Daten auf und generiert daraus die Antworten. Darum muss ich mir überlegen: Wenn ich einen Onlineshop habe, will ich natürlich, dass meine Daten dort hineingelangen. Wenn ich aber jemand bin, der sehr teuren Content produziert, dann will ich das vielleicht nicht.