E-Commerce-Analyse: Twitter-Kompetenz

Mehr Umsatz dank Twitter-Kompetenz? Wir wollten untersuchen, ob zwischen Twitter-Strategie und Umsatz eines E-Commerce-Unternehmens eine Korrelation besteht. Ausgangspunkt waren die Tweets der Hundert umsatzstärksten Online-Shops von 2015, und zwar die zehn Top und die zehn Bottom im Vergleich.

Was wird denn da gezwitschert?Berücksichtigt wurden natürlich nur Unternehmen, die einen eigenen deutschsprachigen Twitter-Account besitzen und in den letzten Monaten eine gewisse Aktivität zeigten. Analysiert wurde der Zeitraum vom 11. bis 31. Juli, also nach der Fussball-EM und vor der heissen Phase der Olympischen Spiele. Natürlich spielen hier auch die Sommerferien eine gewisse Rollen, weshalb wir die Analyse im Herbst wiederholen und vertiefen wollen.

Zunächst ein paar grundsätzliche Werte zum Vergleich: Die durschnittliche Anzahl an Tweets (Top 2’960 zu Bottom 1’051), Following (1’020 : 293), Follower (3’884 : 910) und Likes (343 : 220).

Interessanterweise haben beide Gruppen ähnlich viele Tweets abgesetzt (Top: 185 zu Bottom: 205). Aber jetzt geht’s bereits los mit den Differenzen: Die Marktführer setzen primär auf Kommunikation statt auf Einweg-Botschaften. Das lässt sich aus der Häufigkeit des Hashtags (28 : 168) und des At-Zeichens (140 : 52) ablesen. Zudem wurde doppelt so häufig ein konkreter Preis genannt (CHF, 31 : 16). Bei den Links, dazu zählen auch reine Bildlinks, verhält es sich gerade umgekehrt (140 : 220).

Richtig spannend wird es bei der Auswertung der am häufigsten verwendeten Wörter. Typischer Webshop-Jargon, wie z.B. “Bestellung” oder “Artikel” werden von den Marktführern mehr als dreimal so oft verwendet (65 : 20), genau umgekehrt ist es bei ich-/wir-Botschaften (48 : 121). Marketing-Begriffe wie beispielsweise “Wettbewerb” oder Superlativen wurden gleichermassen verwendet (25 : 27). Der frappanteste Unterschied liegt bei Worten, die irgendeine Form von Emotion ausdrücken, z.B. “danke” oder “leider” (93 : 8).

Abschliessend noch ein Blick auf Uhrzeit und Wochentage: Bei den Marktführern wird vorzugsweise am morgen während der Arbeitswoche getwittert. In der anderen Gruppe ist kaum eine Häufung erkennbar.

Fazit: Es gibt klare Anzeichen dafür, dass es sich lohnt (wortwörtlich monetär), einen Social Media-Kanal wie Twitter regelmässig zu bedienen: Eine klare Strategie, die sich um eine möglichst direkte und persönliche, Service-orientierte Kommunikation mit den Kunden bemüht.

Stephan Graf

Über Stephan Graf

Stephan ist verantwortlich für Marketing und Business Development in der CS2.
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Eine Antwort zu E-Commerce-Analyse: Twitter-Kompetenz

  1. Josef Altmann sagt:

    Hallo,

    ein guter Artikel der vielen Selbständigen im E-Commerce helfen kann. Ich nutze Twitter in meinem Business von Beginn meiner Selbständigkeit an. Mir persönlich gefällt das Ganze gut, auch wenn der Kanal für einige Personen auf den absteigenden Ast ist. Wenn man mit der richtigen Strategie an die Arbeit geht und regelmäßig aktiv ist, dann kann der Kanal wirklich zum Erfolg beitragen.

    Was man aber auch bedenken muss ist, dass das für Einzelunternehmen nicht immer so leicht ist. Schließlich gibt es da auch noch Facebook, Xing, usw. Bei mehreren Projekten wie dies bei mir der Fall ist, wird das dann doch schon mal schnell knapp mit der Zeit. In so einem Fall macht es Sinn sich auf die stärksten Kanäle zu beschränken oder Aufgaben auf externe Dienstleister auszulagern.

    Viele Grüße
    Josef Altmann

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