Drupal und TYPO3 – ein Vergleich

Neulich hatten wir TYPO3 mit WordPress miteinander verglichen. Das Fazit war: Wer eine kleine Lösung benötigt, kommt sicher mit WordPress gut über die Runden. Wer aber ein CMS mit umfassenden Funktionen und Skalierbarkeit bis zur Enterprise-Grösse braucht, ist mit TYPO3 besser beraten. Neben TYPO3 und WordPress gibt es aber noch weitere Content-Management-Systeme wie zum Beispiel Drupal, mit dem weltweit 2,3 Prozent aller Websites betrieben wird. Wie fällt nun ein Vergleich zwischen TYPO3 und Drupal aus? Wo liegen die Vor- und Nachteile des jeweiligen Systems?

Open-Source aus Belgien
Drupal gibt es seit 2001 und wurde vom belgischen Informatiker Dries Buytaert entwickelt. Aktuell ist die Version 7.22 auf dem Markt. Genau wie WordPress oder TYPO3 ist Drupal eine Open-Source-Software und kann somit von jedem kostenlos heruntergeladen und verändert werden, ebenso fallen keine Lizenzgebühren für die Nutzung an. Drupal wurde in PHP geschrieben und kann viele gängige Datenbanksysteme verwenden, empfohlen wird dabei aber MySQL/MariaDB. Auf dem Markt kann das CMS nicht nur auf eine breite Akzeptanz, sondern auch eine gute Dokumentation und eine rege Entwicklerszene verweisen.

Fit für Social Media
Drupal besteht aus einem Core und zahlreichen zusätzlichen Modulen, die verschiedene weitere Funktionen bieten, um die der Core erweitert werden kann. Das ist auch nötig, denn die Grundinstallation ist relativ schlank gehalten. So fehlen grundlegende Module, die in TYPO3 bereits enthalten sind wie zum Beispiel ein Texteditor. Integriert sind allerdings bereits eine gut entwickelte Benutzer- und Rollenverwaltung. Wer eine schnelle Lösung für eine Website benötigt und keine tiefergehenden Kenntnisse von HTML hat, kommt mit Drupal sicher gut hin. Die Bedienung ist relativ einfach, eine längere Einarbeitung ist von daher nicht nötig. Drupal ist Multi-Site-fähig, das bedeutet, dass mit einer Installation verschiedene, eigentlich voneinander getrennte Seiten betreut werden können. Den Schwerpunkt setzt Drupal aber auf Social Media: Mit einem Blogsystem, Tag Clouds, Foren und verschiedenen Features ist usergenerierter Content einfach zu erstellen. Auch ein Shop oder ein Forum lassen sich integrieren. Positiv ist auch die Suchmaschinenfreundlichkeit: Sprechende URLs und die Möglichkeit, manuelle oder automatisierte Metatags einzusetzen, machen die Website von Anfang an fit für die Suchmaschinen. Doch hier fangen dann auch schon die Nachteile im Vergleich zu TYPO3 an.

12.200 Erweiterungen mit vielen Vor-, aber auch einigen Nachteilen
Drupal ist modular aufgebaut, das bedeutet, dass es viele Möglichkeiten gibt, die Website zu erweitern. Derzeit gibt es 12.200 Modul-Projekte, von denen 6900 kompatibel für Drupal 6 und 5298 kompatibel zu Drupal 7 sind (Stand: Juli 2013). Diese ermöglichen, alle üblichen Website-Funktionen einzurichten oder verschiedene Programmierschnittstellen zu erweitern. Doch so leicht es Einsteigern ohne tiefergehenden Kenntnissen gemacht wird, sich eine einfache Seite mit Drupal einzurichten, wird es hier für die meisten Laien recht schnell zu kompliziert. Die Module sind nämlich zum Beispiel nicht mit den verschiedenen Versionen kompatibel, das bedeutet, die gewünschte Funktion muss genau zur aktuellen Version passen, damit sie stabil arbeiten kann. Entsprechend ist im Gegensatz zu anderen Systemen ein automatisches Upgrade des Cores nicht ohne weiteres möglich und die Erweiterungen müssen mit viel Aufwand immer wieder angepasst werden. Da die Funktionen per Hand eingerichtet und aktiviert werden müssen, kann dies zu einem recht aufwändigen Job werden. Denn je nachdem, wie gross die Seite ist, können es problemlos bis zu 60 verschiedene Erweiterungen sein, die auf Kompatibilität getestet werden müssen. Viele davon werden ausserdem von ihren Entwicklern oft nicht mehr weiterentwickelt, was die Sache erschwert. Bei TYPO3 sind viele dieser Funktionen schon im Basis-System enthalten und funktionieren damit automatisch auch in neuen Versionen.

Fazit: Wer Enterprise will, braucht TYPO3
Wer eine Seite möchte, die keine grösseren CMS-Funktionen benötigt oder aber einen Schwerpunkt auf Social Media legt, ist mit Drupal sicher gut beraten. Sobald aber eine grössere Lösung gebraucht wird, stösst man schnell an Grenzen. Hier sollte man sich dann überlegen, ob eine Lösung mit einem Enterprise-tauglichen System wie TYPO3 nicht besser geeignet ist.

TYPO3 benötigt zwar durchaus eine höhere Einarbeitungszeit für Entwickler, Administratoren und Nutzer und ist ebenfalls nicht ohne tiefergehendes Fachwissen einzurichten. Dafür aber sind die Funktionen, die letztlich geboten werden, deutlich attraktiver und stehen ohne die Installation dutzender zusätzlicher Module bereit. Parallel sind Multidomain-Support, Multilanguage-Support sowie eine Anbindung an eine ERP- oder eine CRM-Lösung möglich und ebenfalls bereits in der Grundinstallation enthalten. Daneben lassen sich mit TYPO3 auch komplexe Lösungen für Extranet und Intranet gestalten – das wäre mit Drupal alles nicht ohne weiteres möglich.

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Daniela Warndorf

Über Daniela Warndorf

Daniela arbeitet als freie Redakteurin und Kommunikationsberaterin mit dem Schwerpunkt Online-Kommunikation. Seit März 2013 unterstützt sie die Redaktion von Zweiblog.
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