WordPress oder TYPO3 – Eine Frage der Anforderungen

TYPO3 und WordPress bieten als Open-Source-CMS Unternehmen viele Möglichkeiten bei der Gestaltung einer Website. Bei der Entscheidung, welches CMS man einsetzen möchte, sollte man sich aber einige grundlegende Dinge überlegen. Denn für Enterprise-Auftritte stösst man mit WordPress schnell an die Grenzen.

Enterprise-Website oder einfacher Internetauftritt?
Wordpress galt lange Zeit hauptsächlich als CMS für Blogs, mittlerweile setzen immer mehr Unternehmen aber auch bei der Gestaltung ihrer Website auf WordPress. Über neun Millionen Mal wurde das CMS mittlerweile heruntergeladen, daneben gibt es rund 14.000 Themes und 18.000 Plugins. Doch während WordPress seine Anfänge vor allem als Blogsoftware hat, richtete TYPO3 seinen Focus von Anfang an auf Unternehmen aus, was sich in der Anwendung bei beiden deutlich bemerkbar macht.

TYPO3 ist seit 2001 auf dem Markt, seitdem wurde es über sechs Millionen Mal heruntergeladen. Erhältlich ist das CMS in 50 Sprachen, dabei ist es vor allem in Deutschland, Österreich und der Schweiz beliebt, wo dann auch grosse Unternehmen wie Lufthansa oder Lindt & Sprüngli damit arbeiten. Diese Namen zeigen klar, worin die Unterschiede zwischen WordPress und TYPO3 liegen: Für Blogs, Newsrooms oder Internetauftritte mit einfacher Seitenstruktur ist WordPress völlig ausreichend, bei umfassenderen Webprojekten sollte man allerdings auf TYPO3 setzen. Die Entscheidung, welches der beiden CMS man einsetzt, ist daher weniger eine Glaubensfrage, sondern eher eine der jeweiligen Bedürfnisse.

Benutzerfreundliche Bedienung bei WordPress
Wordpress macht es seinen Anwendern recht einfach und das ist sein grosser Vorteil: Die berühmte „Fünf-Minuten-Installation“, weil nur wenige Ressourcen für Speicher und Hardware benötigt werden, die intuitiv bedienbare Benutzeroberfläche und die Möglichkeit, das Grundgerüst mit unzähligen kostenlosen Plugins nach eigenen Wünschen individuell zu gestalten, ermöglicht es sogar Laien, sich selber mit relativ wenig Aufwand einen professionellen Internetauftritt einzurichten. Das kostet zwar Zeit, spart aber natürlich Kosten. Aktualisierungen von Themes und Plugins lassen sich schnell durchführen – ein Klick genügt und schon wird die neueste Version installiert. Doch da beginnen dann auch die Nachteile im Vergleich zu TYPO3: Schon für einfache Seiten müssen mehrere Plugins eingesetzt werden, da diese nicht in der Grundinstallation enthalten sind. Und Plugins machen viel Arbeit: Laufend gibt es Updates und je mehr Plugins aber installiert sind, umso grösser ist die Gefahr, dass nach dem Update nicht mehr alles rund läuft und die Performance darunter leidet. Bis man herausgefunden hat, woran es liegt, kann kostbare Zeit vergehen. Auch das Finden passender Plugins kann Mühe machen, denn hier muss man oft länger recherchieren, bis man das Passende gefunden hat. Ein weiteres Minus: Da WordPress sehr beliebt ist – über 50 Prozent der 100 Top-Blogs arbeiten mit WordPress – gibt es immer wieder Angriffe durch Massenhacks, die Sicherheitslücken nutzen. Updates werden zwar immer schnell angeboten, müssen aber möglichst zeitnah installiert werden.

TYPO3: Ideal für Enterprise-Anwendungen
Nicht jeder Provider erfüllt die nötigen  Anforderungen, um mit TYPO3 zu arbeiten, daneben sind für den Umgang umfassende Fachkenntnisse nötig. Für Laien ist der Einsatz des Enterprise-CMS daher sicher nicht zu empfehlen, entsprechend muss man für einen Internetauftritt ein bisschen Geld investieren. Für Design und Funktionen gibt es allerdings fast unbegrenzte Möglichkeiten, die sich dann auch einfacher als mit WordPress umsetzen lassen: Automatisierungsfunktionen ermöglichen zum Beispiel, das Corporate Design einheitlich beizubehalten. Ein ganz dickes Plus ist aber vor allem, dass bereits in der Grundinstallation multilinguale Unterstützung sowie Multidomain-Unterstützung enthalten sind. Dadurch lassen sich mehrere Seiten über eine Installation verwalten. Bei WordPress gibt es zwar eine Plugin-Lösung für die multilinguale Unterstützung, die Multidomain-Funktion allerdings läuft nur sehr zäh und ist für den Enterprise-Einsatz nicht empfehlenswert. Von daher sollte man bei komplexen Internet-, Extranet- oder Intranet-Projekten grundsätzlich auf TYPO3 setzen. Auch die Rechteverwaltung ist umfangreicher als bei WordPress. Unterschiedliche Rechte und Rollen können vom Admin den einzelnen Nutzern einfach zugewiesen werden, während festlegbar ist, welche Eingabefenster gesehen werden oder sogar bearbeitet werden können. Ein weiterer Vorteil: ERP- und CRM-Lösungen sind unkompliziert integrierbar. Und durch den modularen Aufbau, die Konfigurationssprache Typoscript und die mögliche lokale Auslagerung des Codes mit XClasses sind schier unbegrenzte Erweiterungen und individuelle Anpassungen möglich.

Fazit
Wordpress ist eine ideal für einfach strukturierte statische Internetauftritte, für Newsrooms oder Blogs, die nicht viel Geld kosten sollen. Für grössere Unternehmen reichen die Möglichkeiten, die WordPress bietet, allerdings nicht aus – mit TYPO3 ist man hier deutlich besser beraten.

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Daniela Warndorf

Über Daniela Warndorf

Daniela arbeitet als freie Redakteurin und Kommunikationsberaterin mit dem Schwerpunkt Online-Kommunikation. Seit März 2013 unterstützt sie die Redaktion von Zweiblog.
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6 Antworten zu WordPress oder TYPO3 – Eine Frage der Anforderungen

  1. Christoph sagt:

    Hallo Frau Warndorf,
    ein schöner Artikel. Eine Anmerkung würde ich gerne noch loswerden: bei allen größeren CMS macht es einen gewaltigen Unterschied, ob man die Komplexität aus Entwickler- oder Anwendersicht beurteilt. Bei TYPO3 sind Einrichtung, Konfiguration etc. pp. in der Tat nichts für eine Laien. Als Redakteuer ist es dagegen einfach und intuitiv bedienbar.
    VG
    Christoph

  2. Boris Schneider sagt:

    Ja…TYPO3 ist eher für die ganz Großen gedacht und die verfügen auch über das nötige Kleingeld die Software zu bezahlen und jemanden einzustellen, der die ganze Arbeit konzentriert macht. Kleinere, mittlere oder gar größere Firmen sowie Privatleute sollten WP benutzen, der Kosten wegen ;-)

  3. e2marketing.de sagt:

    Hallo,

    sehe ich genauso: WordPress für Blogs sowie kleine Websites. TYPO3 für komplexe Enterprise-Websites.
    http://www.e2marketing.de/allgemein/wordpress-oder-typo3-der-vergleich

  4. langsamhasseichtypo3 sagt:

    Nein ganz so einfach ist es leider nicht. Ich arbeite fast seit beginn mit typo3 allerdings
    hat typo grundsätzliche schwächen.
    so ist die eierlegende wollmilchsau mittlerweile zu fetten kuh geworden. nur mit ssd raids lassen sich unsägliche parsetimes vermeiden.
    auch ist die struktur überkomplex geworden.

    grad für große auftritte ist die darunterliegende technologie wichtig, typo empfielt sich mittlerweile wohl nur noch dann wenn man wirklich eigene lösungen implementieren möchte. das multidomain ist sicher ein gutes plus keine frage und schade das es da kaum brauchbare alternativen gibt.

    allerdings wer eigene lösungen bauen will ist oft besser und schneller beraten ein CMS basierend auf zend framkework zu nehmen. das wäre dann noch flexiblibler, schlanker, sicherer

    eines der größten ärgernisse neben der unsäglichen bedienung (sowohl für den entwickler als auch user) in dem veralteten backend ist das template management.

    so streiten sich hier core mit (der eigentlich besseren) alternativlösung (will hier mal keine namen nennen wir wissens ja eh) am ende gewinnt keiner

    wirkliche notwendige inovationen bleiben aus. so wäre es zb wünschenwert den gesamten html und CSS templatequatsch endlichmal in der DB hinterlegen zu können und je nach verwendeten modul nur bestimme klassen nachzuladen
    (ja sicher es geht manuell mit tposcript allerdings ist das css dann wieder ein eigenes file). mein wunsch seit jahren wäre basis klassen und modulklassen hinterlegen zu können die dann im cache generiert werden jeweils als ein file…

    auch das von hausaus keine css frameworks native unterstützt werden sondern erst manuell eingebunden sein wollen ist ärgerlich. zumindest die option wäre nett

    und wenn wir richtig javascript gehen reden wir eh nimmer weiter.
    es gibt eben nur auf core eben standards, und man unterlässt es basics wie eben javascript oder css frameworks in den core aufzunehmen das machts nciht einfacher

    das das typo3 repos bis heute keine kategoerien hat ist ebenfalls traurig.

    am schlimmsten aber das native keine multiserver lösungen möglich sind
    zb verteiltes speicher von dateien auf versch. servern etc

    mein fazit: theoretisch für große, durch strukturschwächen dann aber auch wieder kaum brauchbar, letztendlich eine mischung aus allem und wirklich gut in gar nix aber auch nicht wirklich schlecht. manche funktionen alternativlos die wichtigsten aber leider gnadenlos veraltet, unzeitgemäß und eigentlich nur noch mit schmerzmittel zu ertragen

    wir steigen um auf wordpress als basic, und für große projecte nur noch zend.
    denn letztendlich erspart man sich doch nicht soviel arbeit wie man denkt für maßgeschneiderte lösungen. bzw sind sehr sehr viele module bestenfalls alpha oder extrem inkompetent geschrieben, oft dann ohen ankündigung eingestellt und motnelang bei neuer version inkompatibel

    allerdings das modul und sprachmanagement ist nett

  5. Jenso Weber sagt:

    In meiner mittlerweile recht umfangreichen Arbeit mit WordPress und TYPO3 ist mir noch keine Situationen begegnet, in denen eine Kundenanforderung mit WordPress nicht umgesetzt werden konnte.

    Lange haben wir geglaubt, TYPO3 sei per se das bessere CMS, weil alle Entwickler davon schwärmen. In Wirklichkeit müssen in TYPO3 selbst Basisfunktionen wie eine Volltextsuche oder News erst mit Erweiterungen ergänzt werden und schon hier sind Entwickler erforderlich, um die Funktionen auch nutzbar zu machen. Ganz zu schweigen von dem Aufwand und den Kosten, mit TYPO3 ein komplexes Projekt mit vielen Funktionen umzusetzen.

    Das Argument, WordPress sei nur für einfache  Projekte geeignet widerlegen die vielen komplexen Projekte, die mittlerweile mit WordPress realisiert wurden. Selbst die TYPO3 Fachzeitschrift t3n hat gerade einen Großteil ihres Internetauftritts auf WordPress umgestellt. Und diese Seite ist sehr umfangreich!

    Ich kenne viele praktische Gründe, warum WordPress besser ist als TYPO3. Mittlerweile stehe ich auf dem Standpunkt, dass man seine Kunden schlecht berät, wenn man ihnen verschweigt wie viel einfacher und günstiger man mit WordPress wirklich gute Ergebnisse erzielen kann! Ich kann nur allen TYPO3-Fans raten, mal ein Projekt mit WordPress umzusetzen!

  6. Markus Schmid sagt:

    Guten Tag Frau Warndorf

    Danke für die sehr guten Artikel, welche mich motivieren, vermehrt auf Typo3 zu setzen.

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