E-Commerce: Die Favoriten der Damenwelt

Er ist einfach, unkompliziert und er bietet eine gigantische Auswahl: Der E-Commerce ist die Einkaufswelt schlechthin. In den letzten Jahren ist der Anteil der Verbraucher, die im Internet bestellen massiv gewachsen. Sowohl Frauen als auch Männer haben die Vorzüge des Interneteinkaufs schätzen gelernt. Doch noch immer scheint es viele Kreative vor eine besondere Herausforderung zu stellen, Produkte für Frauen zu entwickeln. Aber was will die Damenwelt und wie gestalten sich ihre Favoriten?


Neuer Tiefstand erreicht
Eines ist sicher, es gibt eine Vielzahl an Vorurteilen, die sich mit der Thematik „Frauen und Einkaufen“ auseinandersetzen. Werden Männer danach gefragt, scheinen die Klischees unaufhaltsam aus ihnen herauszusprudeln. Nach Meinung einiger Herren geben Frauen nicht nur mehr Geld während des Einkaufens aus, sondern können sich auch nicht zwischen den Angeboten entscheiden. Auch wenn diese Klischees nicht in jedem Fall zutreffend sind, führen sie doch auf einen gemeinsamen Nenner: Frauen kaufen gerne ein. Doch ihr Favorit ist offenbar nicht das Internet. Natürlich wird von Seiten des Online- und Versandhandels immer wieder darauf verwiesen, dass es sich beim Internet in Sachen Einkaufen weder um eine Männer-, noch um eine Frauendomäne handelt, doch die Realität sieht ein wenig anders aus.
So ist nur den wenigsten Unternehmen bewusst, dass der Anteil der Frauen am E-Commerce zuletzt einen Tiefstand erreicht hat.

Konsequenzen gezogen
Natürlich werfen die tatsächlichen Entwicklungen letzten Endes die Frage auf, warum Frauen eher ungern im Internet einkaufen. Die Antwort könnte kaum simpler sein. In der Regel werden von den Versandhändlern und Online Shops die Bedürfnisse der weiblichen Kundschaft schlichtweg ignoriert. Dabei ist es wie im tatsächlichen Leben. Ignoranz ist für eine Beziehung der Killer. In der Kundenbeziehung, die zwischen dem Online-Händler und der Kundin herrscht, kann sie dazu führen, dass sich die Kundin abwendet. Der Frauenanteil unterlag im E-Commerce in den letzten Jahren durchaus Schwankungen. Die eigentliche Tendenz ist aber deutlich. Im Bereich der Katalogversender, die sowohl Katalog als auch Internet einschliessen, ist der Anteil der Frauen nach Zahlen des BVH gesunken. Lag der Anteil 2010 noch bei 71 Prozent, sank er 2011 auf 67 Prozent. 2012 konnte er mit 69 zwar leicht zulegen, blieb aber immer noch unter dem eigentlichen Niveau zurück. Gleiches gilt auch für den Distanzhandel insgesamt.
Im Distanzhandel besassen Frauen 2010 noch einen Anteil von 62 Prozent. Schon 2011 lag er schliesslich nur noch bei 58 Prozent und 2012 sank er auf 55 Prozent. Für den Handel ist dieser Rückgang enorm. Dabei scheinen die Zahlen offenbar aber auch ein konsequentes Umdenken hervorrufen zu wollen. Wird der E-Commerce in Zukunft nicht weiter auf die Bedürfnisse und Wünsche der weiblichen Kundschaft eingehen, wird sich diese zusehends in den stationären Handel flüchten. Frauen mögen es, wenn sie von den Händlern ein Stück weit hofiert werden. Dem ist sich der regionale Einzelhandel bewusst und wartet mit Beratung, persönlichen Empfehlungen und hin und wieder eben auch mit Events auf, die speziell auf die weibliche Kundschaft abgestimmt sind.

Wahrnehmung von Frauen
Tatsächlich unterscheiden sich Männer und Frauen während des Einkaufens recht deutlich. Frauen nehmen ihre Umwelt peripherer war. Dies ist einer der wichtigsten Unterschiede. Das Wahrnehmungsvermögen der Männer funktioniert anders. Sie konzentrieren sich auf einen bestimmten Punkt. Hierbei kann es sich um den Preis oder ein bestimmtes Ausstattungsmerkmal handeln. Bei Frauen ist dies anders. Ihre Wahrnehmung konzentriert sich immer auf das Gesamte. Damit spielt neben dem Produkt eben auch die Umgebung eine Rolle.
Diese Unterschiede lassen sich im regionalen Handel gut erklären. Betritt ein Mann ein Geschäft, liegt sein Fokus auf einem Produkt. Frauen registrieren dagegen die Umgebung. Sie nehmen die Warenpräsentation, den Geruch und eben auch das Auftreten der Mitarbeiter wahr. Sowohl die Evolutionsbiologie als auch die Wahrnehmungspsychologie setzt sich intensiv mit den bestehenden Unterschieden im Wahrnehmungsvermögen auseinander. In den letzten Jahren konnten dabei verschiedenste Erkenntnisse gesammelt werden. So hören Frauen nicht nur besser, sondern sie reagieren auch auf Geschmacks- und Duftreize sehr unterschiedlich. Die Welt an sich nehmen sie darüber hinaus auch in viel wärmeren Farben wahr.
Der E-Commerce muss verstehen, dass diese periphere Wahrnehmung der Frauen grundsätzlich auch für ihn eine besondere Rolle spielt. Sie scheint sich in einer permanenten Auseinandersetzung mit den eigenen E-Commerce-Konzepten zu befinden. Bislang konzentrierte sich der E-Commerce in erster Linie auf Dinge wie Suchfunktionen, freigeschaltete Produktfotografie und hierarchische Produktkategorien. Diese Konzepte sind „männlich“. Sie sind auf das Einkaufsverhalten der Männerwelt ausgerichtet. Langfristig wird dies aber dazu führen, dass sich Frauen vom Online-Handel verabschieden.

Quelle und weiterführende Literatur
Die Leitidee und die Argumentation dieses Beitrags stammen aus dem t3n Artikel E-Commerce: Was Frauen wollen. Der Autor geht darin spezifisch auf die Vorlieben der Frauen im E-Commerce ein und hält am Ende eine interessante Liste mit weiterführender Literatur bereit. Wer sich also für dieses Thema interessiert, sollte sich unbedingt diesen Artikel zu Gemüte führen.

Nicolas Bruggmann

Über Nicolas Bruggmann

Nicolas hatte über mehrere Jahre bis im Januar 2014 die Position Head of Marketing bei CS2 inne.
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