Was Manager wissen müssen – Teil 2: Shop-Evaluation für meine Firma

Für Entscheidungsträger und  Projektmanager, die sich mit dem Thema E-Commerce auseinandersetzen, haben Alain Veuve (CEO von CS2) und Jürg Simon (Online-Marketing Berater bei CS2) das Booklet “E-Commerce – Erfolg im Online-Vertriebskanal” geschrieben. Die Autoren zeigen darin auf, wie Unternehmen erfolgreich E-Commerce umsetzen können. In einer mehrteiligen Blog-Reihe werden wir auf verschiedene Themen eingehen. In der zweiten Folge zeigen wir Ihnen auf, welche Faktoren bei einer Shop-Evaluation eine zentrale Rolle spielen und schaffen damit eine wichtige Entscheidungsgrundlage.

Kosten und Nutzen einer Shop-Lösung
Eine wichtige Grundlage für die Evaluation einer Shoplösung sind die Kosten für die Einführung und den Betrieb. Verbindliche Zahlen lassen sich schwer nennen, da sie stark vom Grad der Komplexität der E-Commerce Anwendung abhängen. Dabei spielt es auch eine Rolle, welches Vertriebsmodel eingesetzt wird und ob bereits offline Commerce betrieben wird. So können Firmen, die bereits Offline-Handel betreiben, von gewissen Synergien profitieren. Andererseits entstehen bei einem zusätzlichen Absatzkanal oder einem umfassender Multi-Channel-Vertrieb auch höhere Initialkosten für die Integration.

  • Die wichtigsten Kosten:
    - Kosten für die IT-Infrastruktur
    - Kosten für Beratung, Konzeption und Programmierung
    - Kosten für Wartung und Pflege
    - Kosten für Werbung
  • Nutzen:
    - Geringere Betriebskosten dank Automatisierung
    - Erschliessung neuer Märkte
    - Erhöhter Absatz durch Cross- und Up-Selling Angebote
    - Personalisiertes Marketing erhöht Kundenbindung
    - Lohnender Verkauf von Nischenprodukten

Analyse der Systemlandschaft
Bei der Einführung eines Online-Shops ist es entscheidend, die bestehende IT-Systemlandschaft des Unternehmens genau zu analysieren. Denn eine E-Commerce-Lösung ist immer in verschiedene Arbeitsprozesse eingebettet, die von anderen Anwendungen, wie etwa einem ERP-System, gesteuert und kontrolliert werden.
Diese Analyse soll aufzeigen, welche Systeme für welche Funktionen eingesetzt werden. So lässt sich bestimmen, wie stark ein Online-Shop in die bestehende Systemlandschaft integriert wird und wie die Daten zwischen den Komponenten ausgetauscht werden. Ziel sollte es sein, Doppelspurigkeiten bei der Datenverwaltung zu vermeiden, um alle Prozesse möglichst effizient und fehlerfrei abzuwickeln. Grundsätzlich gilt die Regel: Je höher der Integrationsgrad, desto besser die Datenkonsistenz und die Effizienz. Je nach Projekt ist eine umfassende Integration nicht immer sinnvoll, da damit auch hohe Initialkosten verbunden sind. Diese zahlen sich aber erst aus, wenn ein Shop eine gewisse Anzahl von Bestellungen aufweist. Eine Schätzung des erwarteten Bestellvolumens gehört deshalb auch zu Bestandsaufnahme.

In der Regel spielen folgende Systeme eine zentrale Rolle:

  • ERP-System (Enterprise Resource Planning)
  • PIM (Product Information Management)
  • CRM-System (Customer Relationship Management)

Stolpersteine bei der Einführung
Die Einführung einer E-Commerce-Lösung ist keine einfache Aufgabe, denn die unterschiedlichsten Aspekte müssen berücksichtigt werden, damit die Umsetzung reibungslos verläuft. Deshalb ist eine strukturierte Vorgehensweise Pflicht. Die untenstehende Liste zeigt die häufigsten Stolpersteine auf, die eine Einführung „torpedieren“ können:

  • Mangelnde Planung und zu enger Zeithorizont
  • Keine klare Strategie
  • Kein Abklären der Ressourcen

Entscheidungsgrundlagen
Die folgende Checkliste soll helfen, die nötigen Grundlagen für strategische, technische und marketingorientierte Entscheidungen zu treffen.

  • Produkte und Marketing:
    - Eignen sich die Produkte für einen Vertrieb über den Online-Kanal
    - Wie kann sich der Online-Shop von der Konkurrenz abheben
    - Existiert ein Businessplan mit klaren Zielen als Leitlinien?
    - Wann soll der Online-handel Gewinne erwirtschaften?
    - Existiert ein Marketingplan für die Kundengewinnung?
    - Welche bestehenden oder neuen Kanäle können genutzt werden?
  • Vertrieb und Bestellungen:
    - Passt der Online-Handel zum bestehenden Unternehmen?
    - Wie lässt sich ein Online-Shop in bestehende Vertriebsmodelle eingliedern?
    - Wie fügt sich der Onlineshop in die bestehenden Unternehmensabläufe ein?
    - Wie werden Logistik und Versand abgewickelt?
    - Wie sind die Bezahlungsabläufe geregelt? Wer ist dafür verantwortlich (intern, extern)?
  • Technische Anforderungen:
    - Welche Systeme werden im Unternehmen eingesetzt?
    - Wie lässt sich eine Online-Lösung an diese Systeme anbinden
    - Müssen neben dem Online-Shop zusätzliche Systeme angeschafft werden, um den Online-Vertrieb sicherzustellen (PIM, CRM)?
    - Welche Arten von Online-Shops kommen in Frage?
    - Wie lassen sich geeignete Anbieter finden (Ausschreibung, Evaluation)?
  • Diverses:
    - Welche rechtlichen Grundlagen müssen erfüllt sein?
    - Welche personellen Ressourcen sind für den Online-Handel nötig?
    - Welches E-Commerce-Know-how ist im Unternehmen vorhanden?

Zum BPX Verlag
Das E-Commerce Booklet von Alain Veuve und Jürg Simon ist im BPX (Best Practice Xperts) Verlag erschienen. Das Ziel von BPX ist, Entscheidungsträgern, Projektmitarbeitern und Beratern möglichst entscheidungsrelevante Informationen zur Verfügung zu stellen. Auf 80 Seiten werden die wichtigsten Aspekte und Checklisten zu aktuellen Managementthemen aus der IT zusammengestellt. Mit den handlichen Taschenbüchern lesen Sie sich rasch in ein Thema ein, kennen die zentralen Begriffe und stellen die richtigen Fragen.

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Nicolas Bruggmann

Über Nicolas Bruggmann

Nicolas hatte über mehrere Jahre bis im Januar 2014 die Position Head of Marketing bei CS2 inne.
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2 Antworten zu Was Manager wissen müssen – Teil 2: Shop-Evaluation für meine Firma

  1. Markus Alder sagt:

    Super geschriebener, ausführlicher und lehrreicher Artikel.
    Eine kleine Ergängzung: Wie bei jeder unternehmerischer Tätigkeit gehört auch hier eine Portion Herzblut dazu, Überzeugung, etwas gutes und sinnvolles zu tun.

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