Texte im Internet – wie viel SEO tut ihnen gut?

Suchmaschinenoptimierung (SEO) gilt nach wie vor zu Recht als wichtiges Instrument, das entscheidend ist für Erfolg oder Misserfolg einer Website. Was das für die Texte einer Website bedeutet: Man spickt sie mit einer Vielzahl an Keywords, damit der jeweilige Text bei passenden Suchanfragen möglichst weit nach vorne in den Ergebnislisten von Google gelangt? Das mag vereinzelt einmal SEO Taktik gewesen sein und die Lesbarkeit von Texten extrem beeinträchtigt haben. Heute SEO Texte zu schreiben, heißt aber längst nicht mehr, dass menschliche Leser eigentlich nur Nebensache sind.

Suchmaschinen lieben gute Texte
Suchmaschinen sind dann gut, wenn sie ihren Nutzern zur jeweiligen Suchanfrage möglichst passende Inhalte anzeigen. Websites mit Texten, die im Prinzip nur für Suchmaschinen geschrieben wurden, gehören nicht dazu. Deshalb versucht auch Google verstärkt und mit wachsendem Erfolg gute Inhalte von schlechten Inhalten einer Website zu unterscheiden. Gutes kommt nach vorne in der Ergebnisliste, Schlechtes nach hinten, wenn es überhaupt irgendwo auftaucht. Das rückt den menschlichen Leser als Adressaten eines Textes im Internet in den Vordergrund, selbst wenn sich der Webmaster eher als SEO-Experte und weniger als begnadeter Autor versteht.

Wie schreibt man für Menschen im Internet?

  • Wenn Menschen einen Roman aufschlagen, erwarten sie in der Regel nichts anderes als Text ohne größere Formatierungen wie Fett- oder Kursivdruck.
  • Bereits bei einer Zeitung ist die Sache anders. Wäre eine Tageszeitung voll gestopft mit Text ohne Bild und ohne verschiedene Formatierungen, dann würde sie wohl zum Ladenhüter.
  • Einen Leser im Internet schreckt eine Seite mit sehr langen gleichförmigen Textblöcken noch mehr ab. Laut einer Studie von Usability-Forscher Jakob Nielsen scannen achtzig Prozent der Leser im Internet einen Text. Das bedeutet: Sie überfliegen ihn nur. Und sie sollten dabei immer wieder etwas finden, was ihr Auge festhält. Texte im Internet teilt man daher am besten in kleine Häppchen auf. Sie müssen keinesfalls stets extrem kurz sein, aber dem Auge muss Kurzweil geboten werden. Zwischenüberschriften, Aufzählungen, Fett-Formatierungen sind so etwas wie Anziehungspunkte für das Auge, die man innerhalb des Textes fürs Internet nutzen sollte.

Ein guter Text ist nicht immer ein guter Text
Letztlich hat auch ein Autor im Internet wie ein Marketingexperte eine Zielgruppe. Die Frage, die er zu beantworten hat, lautet: Für wen ist meine Text vor allem gedacht? Schreibt er beispielsweise einen Text über „Bundesobligationen als Geldanlage“, so wird solch ein Text für Fachleute ganz anders geschrieben als für Laien. Der gute Texter, der für Laien schreibt, wird darauf achten, Fachwörter zu erklären und viele Beispiele zu nutzen. Schreibt man für Fachleute, kann man Fachwörter dagegen als bekannt voraussetzen. Aber auch das Thema des Textes beeinflusst den Stil:

  • Ein Text über den aktuellen Gewerbe-Immobilienmarkt wird vermutlich sachlich, analytisch geschrieben sein.
  • Ein werbender Text über eine Urlaubsregion wird dagegen nicht nur informieren, sondern auch mit Wörtern malen, vielleicht die Farben des Meeres beschreiben, den Duft wild wachsender Kräuter, die wohl tuende Wärme der Sonne auf der Haut. Er wird sinnlich sein.

Was das alles mit SEO zu tun hat? Je besser der jeweilige Text zur Zielgruppe passt, desto größer ist die Chance, dass irgendwer auf den Text verlinkt. Und eine gute Verlinkung gehört neben Keywords auch heute noch zu den wesentlichen Methoden der SEO.

Und wo bleiben die Keywords?
Natürlich bleiben Keywords im Text auch bei moderner SEO wichtig. Soll ein Text auf Google gefunden werden, wenn dort jemand nach „Schreiner + Hamburg“ sucht, integriert man die Wörter „Schreiner“ und „Hamburg“ als Keywords in den Text. Das galt früher. Das gilt heute. Allerdings legt man heute aus den bereits geschilderten Gründen mehr Wert darauf, dass die Lesbarkeit des Textes nicht unter allzu vielen Keywords leidet.

Ein Beispiel: Früher gab es beispielsweise für Profitexter im Internet Aufträge wie den, möglichst oft eine Phrase wie „Flug Bangkok“ exakt in einen Text zu integrieren. Das ist natürlich möglich, aber wenn man die Sache testweise einmal versucht, merkt man schnell, dass die Sache übertrieben lange und bisweilen wenig elegante Sätze produziert.

  • Wenn man mit einem Flug Bangkok erreicht,…
  • Kommt man dann mit seinem Flug Bangkok nah,…
  • Man möchte sofort wieder mit einem Flug Bangkok ansteuern.

Letztlich produziert man so eine Menge Wortmüll ohne Informationswert. Daher nimmt man es mit der Exaktheit der Phrasen heute oftmals nicht mehr so ganz genau. Wörter wie „in“ oder „nach“ zwischen den Keywords sind erlaubt und steigern die Lesbarkeit. Zugleich achtet man mittlerweile auch darauf, Keywords nicht zu oft in einen Text einzubauen. Einen Text mit Keywords zu überladen, wird auch Keyword-Stuffing genannt. Und Google stuft Websites in seiner Ergebnisliste ab, wenn der Suchmaschine Keyword-Stuffing auf einer Seite auffällt. Prozentangaben für Keywords im Text schwanken: Oftmals wird aber ein prozentualer Anteil des Hauptkeywords von zwei bis etwa fünf Prozent (bezogen auf die Anzahl der Wörter im Gesamttext) empfohlen.

Texte und interne Verlinkung
Die mögliche Verlinkung ist eins der Dinge, die das Internet gegenüber anderen Medien auszeichnet. Diese Möglichkeit sollte man nutzen, um inhaltlich zueinander passende Texte auf einer Website intern miteinander zu verlinken. Das hält einen menschlichen Leser bestenfalls länger auf der Website. Den Crawlern von Google vereinfachen die internen Links die möglichst vollständige Indizierung einer Website, um deren Inhalte in der Google-Ergebnisliste anzuzeigen. Schön, wenn man zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt, nicht wahr?

Zum Gast-Autor: Christian Arno
Lingo24 wurde im Jahr 2001 von Christian Arno unmittelbar nach dessen Universitätsabschluss an der britischen Oxford University gegründet. Bis 2003 war Lingo24 auf eine Handvoll Mitarbeiter angewachsen, die von zu Hause aus arbeiteten; die Übersetzungsagentur erzielte zu dem Zeitpunkt einen Umsatz von 250.000 Pfund. Mittlerweile ist das Unternehmen zu Schottlands größtem Übersetzungsbüro angewachsen und bietet heute einen 24-Stunden-Service auf vier Kontinenten in unterschiedlichen Zeitzonen.

Christian Arno

Über Christian Arno

Christian Arno ist der Gründer und Geschäftsführer von Lingo24, ein Unternehmen, das hochwertige professionelle Übersetzungen anbietet. www.lingo24.com
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4 Antworten zu Texte im Internet – wie viel SEO tut ihnen gut?

  1. Emanuel sagt:

    Interessanter Beitrag. Kann nicht schaden, sich mit dem Thema detailierter zu befassen. Werde sicher auch weitere Beitraege verfolgen.

  2. mehr Infos sagt:

    Die harte und langwierige Arbeit informative und einzigartige Texte zu verfassen macht sich immer mehr bezahlt, das freut neben dem SEO nicht zuletzt auch die Leser, die sich auf immer mehr gute Texte im Netz freuen können.

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  4. Carsten Todt sagt:

    Auf den Leser zu achten, sollte nicht vernachlässigt werden. Dem näherte sich Google mit Updates wie Panda und Penguin ein großes Stück an. Die Suchmaschine möchte zu einem leserfreundlichen Internet beitragen.

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